Über uns


SONY DSCWas wir machen …

ist Müll! Zumindest war es mal Müll. Und mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es auch wieder Müll werden. In der Zwischenzeit aber machen wir etwas anderes daraus. Wir stellen Möbel, Ausbauten, Installationen, Messestände – oder auch mal einen Löwen – aus für die Entsorgung vorgesehenen Wellpappen her.

Alle Objekte bestehen aus vollständig ebenen Teilen, die entweder gesteckt oder gestapelt sind. Bei allen Entwürfen verzichten wir auf umweltunverträgliche Verbindungsmittel. Alles ist restlos wiederverwertbar. Was wir verwenden war einmal für das Recycling vorgesehen. Aber wir unterbrechen die Kette und zögern diesen Prozess nun heraus, wir halten ihn aber nicht auf. Was wir machen wird eines Tages wieder recycelt werden, etwas anderes sein, wieder benutzt, entsorgt und dann vielleicht erneut von uns verwendet werden. Man kann nie wissen!

Die Idee entstand im Rahmen eines anderen Projektes, für das wir auf der Suche nach einer Hülle waren. So haben wir unseren ersten steckbaren Raum errichtet. Mit der Zeit hat ich die Idee weiter verfeinert und wir haben damit begonnen, die Möglichkeiten dieser Bauweise auszuloten, sowohl in technisch-konstruktiver Hinsicht wie auch mit Blick auf die mögliche Vielfalt in der Formensprache. Das wir uns überwiegend auf bereits benutzte Wellpappe als Material konzentrieren ist unserer Überzeugung geschuldet, daß die Aufarbeitung von für die Entsorgung oder das Recycling vorgesehenen Materialien eine viel zu wenig beachtete Möglichkeit im Sinne eines nachhaltigen Umgangs mit unserer Umwelt ist. Was wir machen ist für sich genommen nicht nachhaltig. Aber wir betrachten uns als Teil eines Prozesses, dessen Kern die Nachhaltigkeit ist.

Alles verfällt einmal!

Die Biedermeier-Kommode der eigenen Großmutter oder der Gründerzeit-Schrank des Onkels wurden in ihrem Möbelleben vielleicht schon drei oder vier Mal aufgearbeitet und sie stehen heute immer noch. Dieses Schicksal wird – ganz plakativ gesagt – den meisten Regalen einer nordeuropäischen Möbelkette erspart bleiben. Aufarbeitung heißt hier, voller Angst und mit größter Vorsicht nach einem Umzug die Schrauben ein zweites Mal in die dafür vorgesehenen Vorbohrungen zu drehen, immer in der Hoffnung, sie mögen noch greifen.

Ein Möbel aus Pappe ist nicht anders. Die Beziehung zu ihm hat ein Verfallsdatum. Auch wenn wir auf Schrauben verzichten, so nutzt sie sich mit der Zeit doch ab. Dieser Vorgang läßt sich verlangsamen, aufhalten läßt er sich nicht. Und so gehen auch die hier vorgestellten Objekte eines Tages den Weg alles irdischen. Das wollen wir weder beschönigen, noch empfinden wir das als einen Nachteil. Das Gegenteil ist sogar der Fall: Wir sehen darin die Bestärkung für uns, daß wir mit der Aufwertung – englisch nennen wir es heute vornehm upcycling – und Umnutzung des Materials zeitweise seine Lebensdauer in anderer Form erhöhen und damit den bereits angesprochenen Teil jener Kette bilden, welcher der nachhaltige Umgang mit unseren Ressourcen besonders am Herzen liegt.

 

Ihr Maximilian Hansen